Testspiel gegen Bayern München 20.01.2004

Der Bruchweg war voll und bei Bayern München wieder einmal „Flasche leer“

Grandioser 2:1-Sieg unserer 05er gegen die weißen Tanzmäuse von der Isar

Es war der 09.12.2003, als der Uli Hoeneß auf der Geschäftsstelle von Mainz 05 anrief, um nach einem ordentlichen Testspielgegner Ausschau zu halten. Was lag näher, als ein Spiel gegen die Traumelf vom Bruchweg zu absolvieren. Gesagt getan, man einigte sich auf den 20.01.2004.

Kaum hatte man das „Weiße Ballett“ in der Tagespresse angekündigt, war der aus Zweitligaspielen bekannte „Hexenkessel am Bruchweg“, binnen 48 Stunden ausverkauft.

Dann war es endlich so weit, der Tag, an dem die Bayern am Bruchweg das Fußballspielen erlernen sollten  war gekommen.

Gut gelaunt, aber mit wenigen Erwartungen, pilgerten die Partysanen zum Stadion. Immerhin war man mit  Jochen, Ingo, Jens, Erik, Peter, Christian, Funki, René und Alex im Fanblock vertreten. Kalli zog es vor, sich auf der Couch zu rekeln und hatte sicherlich nach der Live – Übertragung im SWR, eine Kiste Bit intus.

Bis auf Oliver Kahn, der auf Werbetour in Asien weilte, waren die Bayern mit einer Champions-League reifen Mannschaft nach Mainz gekommen. Einigen schlotterten sicherlich schon die Knie, als sie ins Stadion einliefen und die Ritualien von Stadionsprecher Klausi Haffner mit verfolgten.

Beide Teams konnten also nach dem Winter – Trainingslager aus den Vollen schöpfen und gingen mit folgenden Akteuren in das Testspiel:

FSV Mainz 05: Wache (58. Wetklo), Falkenmayer (46. Nikolic), Abel, Bodog, Tavcar, Gerber (70. Teinert), Schwarz (46. Babatz), Kramny (74. Kühne), Niclas Weiland (43. da Silva), Auer (46. Thurk), Dworrak (70. Kegel).

FC Bayern München: Renzing, Salihamidzic, Kuffour, Kovac (70. Demichelis), Lizarazu, Schweinsteiger (46. Trochovski), Hargreaves, Ballack (46. Santa Cruz), Ze Roberto, Pizzaro, Makaay.

Das Spiel begann abwartend, beide Mannschaften versuchten die Räume von Anfang an eng zu machen. Doch die 05er kamen etwas mehr mit Biß über die Außen und flankten auf Neuzugang Dworrak, der auf Empfehlung unserer „Vroni“, von Köln nach Mainz wechselte. Ihm blieb nichts mehr anderes übrig als aufs Tor zu schiessen, denn die Bayern – Abwehr war zum ersten Mal ausgespielt und schon hieß es 1:0 für Mainz 05. Danach neutralisierte sich die Partie. Mainz 05 gab aber keinesfalls die Zügel aus der Hand. Bis auf die 25. Minute. Da hatte sich Ballack in den 16er gemogelt, wurde noch versucht am Torschuß zu hindern, vergebens. Schon stand es 1:1.

Viele dachten wohl, jetzt fangen die Bayern an zu zaubern. Aber nichts war es mit der „Schwanensee – Aufführung im Bruchwegstadion.“ Die 05er wirkten in den Zweikämpfen meist ein wenig spritziger, so daß ein Klassenunterschied zwischen dem Deutschen Rekordmeister aus München und den in den letzen Jahren in Schuß gekommenen Zweitliga - Truppe aus Mainz nicht auszumachen war.

Mit 1:1 ging es dann auch in die verkürzte Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte begann so, wie die erste endete. Mainz 05 hielt das Spiel leidenschaftlichen offen und parierte die wenigen Bayern – Chancen meisterlich. Roy Makaay, der bis auf einen sehenswerte Drehschuß, keine nennenswerten Akzente setzen konnte, wirkte fast wie eine Eissäule, der 85 Minuten im Abseits stand.

Es entstand der Eindruck, hier spielt nicht Roy Makaay, sondern Rheuma – Kai aus der Reha-Klinik.

In der 70. Minute wechselte Jürgen Klopp abermals aus und brachte für Fabian Gerber Christoph Teinert im Sturm.

Der pfeilschnelle Rechtsaußen machte seinem Namen aller Ehre und besorgte in der 74. Minute die bis dahin überraschende, aber durchaus verdiente 2:1-Führung für Mainz 05. Er erkämpfte sich gegen Demichelis, der einen dicken Bock schoß, den Ball und lief alleine und ungehindert Richtung Tor.  Da es keine Anspielstation gab zog er einfach ab und schoß den Ball, Torhüter Renzing unter den Armen hindurch, ins lange Eck.

Etwas geschockt, drängten die Bayern nun auf den Ausgleich, denn gegen einen Zweitligisten wollte man schließlich nicht verlieren. Doch die Abwehr der Mainzer stand gut und wehrte jeden Angriff der Münchner souverän.

Da die 05er über das ganze Spiel hinweg, etwas spritziger wirkten, konnte man nun auf Konter spielen. Christoph Teinert wurde wiederum glänzend in Szene gesetzt, zog wiederum von halb rechts ab, scheiterte diesmal aber am Doppelpfosten. 

Schiri Edgar Steinborn pfiff das Spiel pünktlich nach 90 Minuten ab. Mainz gewann am Ende sicherlich mit etwas Glück, aber durchaus verdient, mit 2:1 gegen den Deutschen Rekordmeister aus München.

Nun geht es nach Leverkusen zum letzten Test. Es gilt eine gute Basis zu schaffen, für eine erfolgreiche Rückrunde. Vielleicht sehen sich die Partysanen und die Bayern im nächsten Jahr wieder, wenn es heißt: „Auf zum Bundesligagipfel gegen Bayern München.“